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Autor: Livia In-Albon

Lokführer in einem modernen Hochgeschwindigkeitszug mit digitalen Steuerungen, symbolisiert fortschrittliche Bahnsysteme und Zertifizierungsprozesse.

Einführung einer Zertifizierungs-Managementarchitektur

Schulungen für:

  • TSI-Zertifizierungssystem (NoBo) für Lokomotiven, Personenwagen und Güterwagen
  • NNTR-Zertifizierungssystem (DeBo) und Risikobewertungssystem (AsBo) für Lokomotiven, Personenwagen und Güterwagen
  • Risikobewertungssysteme (AsBo)
  • Zugangsverfahren für Eisenbahnprodukte zur Europäischen Union
  • EG-Zertifizierungssystem und -Norm für Schienenfahrzeuge und Produkte der Europäischen Union

Unsere Umsetzung

Das Projekt befasste sich mit der Notwendigkeit, das organisatorische Wissen und die Fähigkeiten in Bezug auf die Zertifizierung nach den Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) und den Akkreditierungsprozess für die Tätigkeit als benannte Stelle (NoBo) zu stärken. Der Kunde ist im Bereich Hochgeschwindigkeitsbahnsysteme tätig und benötigte ein strukturiertes Verständnis der Genehmigungsverfahren für Schienenfahrzeuge und Infrastrukturprojekte.

Die zunehmende Komplexität der Vorschriften und die sich weiterentwickelnden europäischen Zulassungsanforderungen machten es notwendig, interne Kompetenzen in Bezug auf Zertifizierungsabläufe, Rollen und Verantwortlichkeiten aufzubauen. Ziel des Projekts war es, einen klaren, praktischen und verlässlichen Rahmen für das Verständnis, die Strukturierung und die Verwaltung von TSI-bezogenen Zulassungsaktivitäten für verschiedene Projektarten zu schaffen.

PROSE führte interaktive Schulungsworkshops vor Ort durch, die auf die spezifischen Aufgaben und regulatorischen Rahmenbedingungen des Kunden zugeschnitten waren. Unser Ansatz kombinierte strukturierte theoretische Inhalte mit praktischen Beispielen aus realen TSI-Zertifizierungs- und Zulassungsprojekten im gesamten europäischen Eisenbahnsektor.

Die wichtigsten Elemente des TSI-Rahmens, der NNTV, die CSM- VO, die Rollen der Benannten Stelle (NoBo), Bestimmten Stelle (DeBo), Unabhängige Bewertungsstelle (AsBo), sowie typische Zertifizierungs- und Zulassungsprozesse wurden Schritt für Schritt erläutert und mit den Teilnehmern ausführlich diskutiert. Während der gesamten Workshops ging PROSE auf kundenspezifische Fragen und Szenarien ein und stellte so die direkte Anwendbarkeit auf laufende und zukünftige Aktivitäten sicher.

Kundennutzen

Durch die Zusammenarbeit mit PROSE erhielt der Kunde ein klares, strukturiertes und praktisch anwendbares Verständnis der Zertifizierungs- und Genehmigungsprozesse gemäss TSI, NNTV und weiteren Sicherheitsvorgaben. Die Schulung stärkte die interne Kompetenz und das Vertrauen im Umgang mit regulatorischen Anforderungen und in der Interaktion mit externen Stakeholdern.

Die unabhängige Position und die umfassende Branchenerfahrung von PROSE gewährleisteten eine objektive und praxisorientierte Perspektive, die auf realen Eisenbahnprojekten basiert. Dies ermöglichte es dem Kunden, nachhaltiges internes Know-how aufzubauen, die Abhängigkeit von externen Klärungen zu verringern und eine solide Grundlage für zukünftige Zertifizierungs- und Akkreditierungsaktivitäten zu schaffen.

Visualisierung eines digitalen Schmiersystems mit Zug, Datenanalyse und streckenbasierter Überwachung im Depot.

Forschung schafft Mehrwert, wenn sie im Betrieb funktioniert

Unsere Forschung hat gezeigt, was intelligente, datenbasierte Schienenkopfkonditionierung leisten kann und wie sich dieses Verständnis systematisch entwickelt hat.

Der nächste Schritt ist entscheidend: die Übertragung der Forschungsergebnisse in ein reales Betriebsprojekt. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Umsetzung bei BERNMOBIL, in Zusammenarbeit mit Substring als Technologiepartner.

Auf Basis der Erkenntnisse aus der Forschung wurde ein System implementiert, das:

  • den Schmierbedarf fahrzeugseitig erfasst
  • Lärm- und Betriebsdaten kontinuierlich auswertet
  • die Schmierung proaktiv und streckenspezifisch auslöst

Neu ist, dass die Schmierung nun bedarfsorientiert, datengestützt und flottenweit umfassend erfolgt. Die im Forschungsprojekt entwickelten Prinzipien wurden gezielt für den operativen Einsatz weiterentwickelt – mit Fokus auf Robustheit, Skalierbarkeit und Integration in bestehende Prozesse.

Das Ergebnis ist eine praxisnahe Lösung, die Lärm reduziert und Verschleiss minimiert, unter Berücksichtigung betrieblicher und ökologischer Anforderungen.

Weitere Einblicke in das Projekt finden Sie hier: https://prose.one/de/geraeusch-und-verschleissreduzierung-fuer-strassenbahnen-mit-ki-basierter-schienenkopfkonditionierung/

Konferenzszene mit Publikum und Vortragendem, ergänzt durch KI-, Zug- und Systemgrafiken zur intelligenten Bahnoptimierung.

Intelligente Systeme im Bahnverkehr müssen als Teil des Gesamtsystems betrachtet werden

Datenbasierte Schienenkopfkonditionierung kann Lärm, Verschleiss und Ressourceneinsatz erheblich beeinflussen. Gleichzeitig erkennen Betreiber zunehmend, dass solche Lösungen im Gesamtkontext von Traktion, Bremsen und täglichem Betrieb betrachtet werden müssen.

Deshalb ordnen wir das Thema in einen breiteren technischen Kontext ein:

Am 23. April 2026 in Wien wird Dr Felix Saur, unser Experte für Rad-Schiene-Systeme, auf der 23. Oberbremsrätekonferenz und der 21. Internationalen Mitteleuropäischen Konferenz – einer Veranstaltung der Knorr-Bremse GmbH Österreich – einen Vortrag halten zum Thema: Intelligente Traktionsoptimierung von Schienenfahrzeugen.

Die Konferenz bietet eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Betrieb, Technik und Forschung, insbesondere dort, wo Reibung, Traktion, Bremsen und Fahrdynamik zusammenkommen.

Kontaktieren Sie Dr Felix Saur oder Josef  Kometer, um sich vor Ort zu vernetzen. Wir freuen uns auf den Austausch und die Diskussion mit der Fachwelt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: https://www.oberbremsraetekonferenz.eu/cms/

Hyperloop Kapseln in einer Röhre als Darstellung eines Magnetschwebetransportsystems und der Entwicklung innovativer Fahrwerkskonzepte.

HyperTransfer: Bewertung des konzeptionellen Drehgestellentwurfs

Kunde: HYPERLOOP Transportation Technologies Inc., USA

Projektaufgaben

  • Überprüfung und Bewertung bestehender konzeptioneller Drehgestell- und Fahrwerkskonstruktionen
  • Technische Klärung mit dem Kunden und den gemeinsamen Entwicklungspartnern
  • Entwicklung eines Mehrkörpersimulationsmodells (MBS) des HyperTransfer-Fahrzeugs
  • Darstellung der Magnetschwebekräfte anhand vereinfachter Federmodelle
  • Modellierung aller relevanten kinematischen Freiheitsgrade
  • Integration mechanischer Backup-Federungssysteme (Räder und/oder Kufen) zur Analyse von Grenzfällen und Restabständen

Unsere Umsetzung

Das Projekt unterstützte die frühe Entwicklung und Machbarkeitsbewertung eines Magnetschwebefahrzeugs im Rahmen des von HYPERLOOP Transportation Technologies entwickelten Hyper-Transfer-Konzepts. Das Fahrzeug stellt eine neue Klasse von geführten Transportsystemen dar, die Prinzipien des Schienenfahrzeugbaus mit Magnetschwebetechnologie (Maglev) kombiniert.

In einem ersten Schritt benötigte der Kunde eine unabhängige Bewertung eines konzeptionellen Drehgestell- und Fahrwerksentwurfs, um laufende Machbarkeitsstudien und frühe Konstruktionsentscheidungen zu unterstützen. Dies erforderte technisches Fachwissen mit nachgewiesener Erfahrung im Bereich Schienenfahrzeugkonstruktion sowie Magnetschwebesysteme.

In den nachfolgenden Entwicklungsphasen erforderte die Machbarkeitsbewertung des HyperTransfer-Fahrzeugs ein detailliertes Mehrkörpersimulationsmodell (MBS). Das Modell ermöglichte dynamische Simulationen, die Ableitung von Lastannahmen und kinematische Analysen und lieferte damit eine technische Grundlage für weitere Konstruktions- und Validierungsaktivitäten.

PROSE wandte einen strukturierten zweistufigen Engineering-Ansatz an, der auf die frühe Entwicklungsphase des HyperTransfer-Fahrzeugs zugeschnitten war.

Im ersten Schritt haben wir die vorhandene Konstruktionsdokumentation geprüft, gezielte technische Fragen formuliert und eine unabhängige Bewertung des konzeptionellen Drehgestell- und Fahrwerksdesigns durchgeführt. Diese Arbeit wurde in enger Zusammenarbeit mit dem HYPERLOOPTT-Designteam und seinen Co-Entwicklungspartnern im Rahmen von technischen Besprechungen und gezielten Designprüfungen durchgeführt.

Im zweiten Schritt entwickelte PROSE ein Mehrkörpersimulationsmodell (MBS), welches das HyperTransfer-Fahrzeug abbildet. Das Modell umfasst die Kapsel, die Sekundärfederung zwischen Kapsel und Fahrgestell sowie die tragenden Fahrgestellkomponenten bis zur Primärfederungsschnittstelle zu den Levitationsmagneten.

Die Kombination aus Fachwissen im Bereich Schienenfahrzeugtechnik und spezifischem Know-how im Bereich Magnetschwebetechnik zeichnet den Ansatz von PROSE aus und gewährleistet eine technisch robuste und anwendungsorientierte Lösung.

Kundennutzen

Durch die Zusammenarbeit mit PROSE erhielt der Kunde unabhängige und erfahrene technische Unterstützung in einer kritischen frühen Entwicklungsphase des HyperTransfer-Konzepts. Das fundierte Fachwissen von PROSE im Bereich Fahrwerks- und Schienenfahrzeugkonstruktion in Verbindung mit praktischer Erfahrung mit Magnetschwebesystemen bot wertvolle technische Sicherheit.

Der strukturierte Bewertungs- und simulationsbasierte Ansatz ermöglichte es dem Kunden, fundierte Konstruktionsentscheidungen zu treffen, technische Einschränkungen frühzeitig zu erkennen und Entwicklungsrisiken zu reduzieren.

Die Fähigkeit von PROSE, eine Brücke zwischen konventioneller Eisenbahntechnik und fortschrittlichen Magnetschwebekonzepten zu schlagen, ermöglichte es dem Kunden, effizient von der Konzeptbewertung zur detaillierten Entwicklung überzugehen und dabei auf einer klaren und technisch soliden Grundlage für weitere Konstruktionsaktivitäten aufzubauen.

 

TILO FLIRT Zug der SBB in der Schweiz im Projekt zur Lebensdauerverlängerung, moderner elektrischer Triebzug auf Gleisen.

Lebensdauerverlängerung TILO FLIRT

Kunde: SBB, Schweiz

Projektaufgaben

  • Gesamtprojektleitung der Lebensdauerverlängerung TILO FLIRT
  • Projekt Reporting an Lenkungsausschuss
  • Projektplanung und Umsetzung der Detailkonzeptphase
  • Finanzierungsantrag ARPV
  • Projektplanung und Umsetzung der Realisierungsphase
  • Führen des SBB-Projektteams

Unsere Umsetzung

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betreiben 54 Flirt-Züge mit TILO. Diese Züge wurden in fünf Phasen zwischen 2007 und 2020 beschafft und sind für eine Lebensdauer von 25 Jahren ausgelegt. Um künftig alle TILO-Flirt-Züge im Rahmen eines neuen Beschaffungsprojekts gleichzeitig ersetzen zu können, plant die SBB, die Lebensdauer der beiden ältesten Teilflotten auf 32 Jahre zu verlängern.

PROSE ist verantwortlich für die Gesamtleitung des Projekts zur Verlängerung der Lebensdauer der TILO-Zugflotte. Während 2 ½ Jahren leiteten wir ein eigenes Projektteam innerhalb der SBB und sorgten für eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Kundenanforderungen, Technik, Entwicklung, Produktion, Qualität und Supply Chain Management.

Ein wichtiger Meilenstein war die detaillierte Konzeptphase, in der PROSEs strukturierter Ansatz sicherstellte, dass das Anforderungsmanagement, die Entwicklung des technischen Konzepts und die Umsetzung des Prototyps pünktlich und innerhalb des Budgets abgeschlossen wurden. Unser Fachwissen im Bereich der Zertifizierung spielte eine entscheidende Rolle bei der Erlangung der erforderlichen Genehmigungen für die Schweiz und Italien, ein wesentlicher Schritt, um das Projekt auf Kurs zu halten.

PROSE war auch federführend bei der erfolgreichen Beantragung von Fördermitteln (ARPV) bei den zuständigen Kantonen und dem Bundesamt für Verkehr (BAV), wodurch die Finanzierung des Umbaus der gesamten Flotte von 30 Zügen sichergestellt wurde.

Während der Produktionsphase arbeiteten wir eng mit dem SBB-Produktionswerk zusammen, um einen reibungslosen Übergang zur Serienumrüstung zu gewährleisten. Nach erfolgreichem Produktionsstart übergab PROSE das Projekt sorgfältig an die SBB und sicherte so den weiteren Fortschritt und die zuverlässige Zukunft der TILO-Flotte.

Kundennutzen

Mit PROSE als Partner profitiert der Kunde von einem umfassenden Know-how in den Bereichen Projektmanagement, Stakeholder Management, Projektplanung, Change Management und Kostenkontrolle. Unternehmerisches Denken, fundiertes technisches Wissen, aber auch Kenntnisse der SBB-Prozesse und -Organisationen sind für eine erfolgreiche Projektumsetzung unerlässlich.

Neben dem technischen Know-how war unser Verständnis der SBB-Prozesse und -Organisation ein entscheidender Faktor, um das Projekt auf Kurs zu halten. Durch die Zusammenarbeit mit PROSE konnte der Kunde Ressourcenlücken überbrücken, auf unser umfangreiches Netzwerk in der Bahnindustrie zurückgreifen und von unabhängiger, fachkundiger Beratung profitieren, die zu einem erfolgreichen Projektergebnis führte.

 

  

Zwei Züge in Dresden und Wien mit KI-Symbolen, die intelligente Schienenkopfkonditionierung, akustisches Monitoring und datenbasierte Bahnoptimierung darstellen.

Von Dresden nach Wien: eine gemeinsame Herausforderung

In den vergangenen zwei Wochen hat PROSE das Thema intelligente Schienenkopfkonditionierung in zwei zentrale Branchenforen in Dresden und Wien eingebracht. Diese Veranstaltungen haben wir genutzt, um Ideen zu testen, Annahmen zu hinterfragen und uns mit denjenigen auszutauschen, die täglich mit diesen Herausforderungen arbeiten.

In Dresden, auf der 21. Internationalen Schienenfahrzeugkonferenz, lag der Fokus auf intelligenter Schienenkopfkonditionierung für Strassenbahnen. Die Kombination aus Messtechnik, KI-gestützter Datenanalyse und praktischen Betriebsergebnissen stiess auf grosses Interesse und führte zu zahlreichen technischen und betrieblichen Rückfragen.

In Wien, beim 30. Sitzung der Arbeitsgruppe Schall und Vibrationen (Schienenfahrzeuge), verlagerte sich der Schwerpunkt auf fahrzeugbasierte akustische Überwachung. Das Thema der akustischen Datenerfassung als Grundlage für eine gezielte Schienenkopfkonditionierung sowie die Überwachung von Fahrzeugen und Infrastruktur führte zu intensiven Diskussionen.

Was bei beiden Veranstaltungen deutlich wurde:

Das Bewusstsein wächst, dass sich Lärm, Verschleiss und Ressourceneinsatz nicht isoliert optimieren lassen. Für Betreiber:innen, Instandhalter:innen und Ingenieur:innen rückt zunehmend eine zentrale Frage in den Fokus: Wie lassen sich Daten in verlässliche, skalierbare Entscheidungen für den täglichen Betrieb überführen?

Diese Gespräche knüpfen direkt an die Erkenntnisse aus unserem Forschungsprojekt zur intelligenten Schienenkopfkonditionierung an und helfen, diese in praktische, skalierbare Lösungen zu überführen.

 

AI-based tram rail lubrication system showing data acquisition from acoustics and GPS, fleet swarm intelligence, and predictive lubrication decisions.

Geräusch- und Verschleissreduzierung für Strassenbahnen mit KI-basierter Schienenkopfkonditionierung

Kunde: BERNMOBIL, Schweiz

Projektaufgaben:

  • Projektmanagement
  • Konzeptentwicklung
  • Systemintegration
  • Datenanalyse

Unsere Umsetzung

Der Betrieb eines Schienenfahrzeugs verursacht Lärm und Verschleiss an Rädern und Schienen. Diese Probleme lassen sich durch Konditionierung der Kontaktstelle zwischen Rad und Schiene verringern. Eine zu starke Konditionierung kann jedoch ein Sicherheitsrisiko darstellen, da sie die Traktionskräfte verringert und beispielsweise den Bremsweg verlängert oder zu Umweltverschmutzung führt.

Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir, im Rahmen eines vom Bundesamt für Verkehr (BAV) unterstützen Forschungsprojekts, ein System entwickelt, das es ermöglicht, den Schienenkopf nach Bedarf zu konditionieren. Mit Hilfe von am Fahrzeug installierten Sensoren werden Statusparameter gemessen und einer auf dem Fahrzeug installierten KI zugeführt. Das Machine-Learning-Modell analysiert die Daten und ermittelt den Bedarf an Konditionierung und synchronisiert diesen mit anderen Fahrzeugen, die auf dem Streckennetz verkehren. Basierend auf diesen Informationen entscheidet jedes Fahrzeug für sich selbst, an welcher Stelle im Streckennetz die Konditionierung durch das bordeigene Schmiersystem eingeleitet werden muss.

Kundennutzen

Neben der vollautomatischen Konditionierung hat der Kunde Zugriff auf ein umfassendes Fahrzeug- und Infrastrukturmonitoring, mit der Lärmquellen frühzeitig lokalisiert werden können, sofern sie nicht bereits vollständig vom System beseitigt wurden. Da die relevanten Einflussgrössen durch das maschinelle Lernmodell bekannt sind, können die meisten Lärmquellen bereits vorausschauend erkannt und gänzlich vermieden werden.

Die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen schafft eine Art flottenweite Intelligenz, die eine vollständige Abdeckung der Flotte und des gesamten Streckennetzes ermöglicht, ohne dass jedes einzelne Fahrzeug mit teurer Messtechnik ausgestattet werden muss. Dank des installierten Messsystems können neben dem Lärm auch andere Bedingungen überwacht werden, wie z. B. der Fahrkomfort, der Verschleiss zwischen Rad und Schiene sowie die Infrastruktur.

Der Kunde profitiert von unserem tiefgreifenden Verständnis der Rad-Schiene-Interaktion und des Verhaltens von Strassenbahnsystemen sowie von unserem praktischen technischen Engagement während der gesamten Entwicklung.

 

   

Intelligente Schienkopfkonditionierung: Prozess von Forschung über Validierung und Veröffentlichung bis zur Implementierung im urbanen Bahnbetrieb.

Von der Forschung zum Fachartikel

Unser Forschungsprojekt zur intelligenten Schienkopfkonditionierung hat gezeigt, was technisch möglich ist, wenn Schmierung auf Basis realer Betriebsdaten gesteuert wird.

Nun ist das Thema auch in der fachlichen Diskussion angekommen.

In der aktuellen Ausgabe der ZEVrail wurde ein ausführlicher Fachartikel veröffentlicht. Darin wird das gemeinsame Projekt von  BERNMOBIL, Substring und PROSE, gefördert vom Bundesamt für Verkehr (BAV), vorgestellt. Der Beitrag beschreibt unter anderem:

  • Das Konzept der bedarfsgerechten Schienkopfkonditionierung
  • Akustisches Monitoring über 15 Tramfahrzeuge
  • KI-basierte Auswertung von Audio-, Meta- und Wetterdaten
  • Prädiktive Auslösung der Schmierung auf Basis von Lärmkarten
  • Den Übergang von statischer Schmierung zu datengetriebener Systemsteuerung

Was als Forschungsfrage begann  „Wie lassen sich Kurvenquietschen und Verschleiss mit minimalem Einsatz von Schmierstoffen reduzieren?“ hat sich zu einem validierten und skalierbaren Systemansatz entwickelt.

Die Veröffentlichung zeigt, dass intelligente Schienkopfkonditionierung zunehmend Teil der technischen Diskussion über nachhaltigen urbanen Bahnbetrieb wird.

Hier können Sie den Artikel lesen: https://www.zevrail.de/artikel/die-intelligente-schienenkopfkonditionierung

 

Illustration eines vernetzten Zugs mit C-DAS und ATO-Trackside-Plattform für automatisierten Bahnbetrieb und Fahrerassistenz.

Co-Projektleitung Fahrerassistenzsystem und streckenseitige Plattform für automatisierten Zugbetrieb

Kunde: Rhätische Bahn AG, Schweiz

Projektaufgaben

  • Projektmanagement
  • Anforderungserfassung
  • Konzeptentwicklung
  • Entwicklung von Drehgestellen und Wagenkästen
  • Systemintegration

Unsere Umsetzung

Die Rhätische Bahn AG (RhB) plant im Rahmen ihrer Automatisierungsstrategie die Einführung einer Smart-Cruise-Control-Funktion (SCC) auf der neuesten Triebzuggeneration. Die SCC-Funktion gibt eine optimierte Geschwindigkeit vor und steuert Beschleunigung sowie Bremsung zwischen zwei Bahnhofshalten. Gemäss SN EN 62267 ist die SCC-Funktion als Automatisierungsgrad 1 (Grade of Automation 1, GoA1) eingestuft, da die Geschwindigkeitsüberwachung nach den Fahrdienstvorschriften (FDV) weiterhin durch das Lokpersonal erfolgt.

Für die SCC-Funktion (SCC) wird eine Trackside-Plattform (xx-TS) vorgesehen. Diese streckenseitige Plattform stellt die benötigten Strecken- und Fahrplandaten bereit. Sie basiert auf bestehenden Spezifikationen wie Automated Train Operation over European Train Control System (ATO over ETCS) gemäss der Technischen Spezifikation für die Interoperabilität im Bereich Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung (TSI CCS) sowie Connected Driver Advisory System (C-DAS). Nach Anmeldung mit der Zugnummer erhält der Zug Journey- und Segment-Profile gemäss SUBSET-126/SFERA. Die Übertragung erfolgt über eine Mobilfunkschnittstelle.

Mit Einführung eines Traffic Management Systems (TMS) wird zusätzlich ein vernetztes Fahrerassistenzsystem (C-DAS) implementiert, das auf Basis optimierter Produktionsvorgaben aus dem TMS energieeffiziente und konfliktfreie Fahrempfehlungen anzeigt.

PROSE war über die Co-Projektleitung im Programm Bahnautomation integriert. Wir haben innerhalb des Projektes ATO-TS/C-DAS ein vierstufiges Vorgehen umgesetzt:

  1. Bestehende Anforderungen und Festlegungen zum betrieblichen Zielbild wurden aufgenommen und mit dem Status quo der Systeme ATO, TMS und C-DAS abgeglichen.
  2. Nach Festlegung von Zielbild und Zielarchitektur wurde eine strukturierte Marktevaluation durchgeführt und Interviews mit verschiedenen Systemanbietern geführt.
  3. Auf Grundlage der Marktevaluation erfolgte eine zweistufige Bewertung der Lösungsvarianten sowie die Erarbeitung von Vorschlägen für die Beschaffungsstrategie.
  4. Für die Teilsysteme ATO-TS und C-DAS wurden weiterführende Schritte umgesetzt, darunter die Durchführung eines RFI sowie vertiefte Analysen mit ausgewählten Anbietern.

Kundennutzen

Dank unserer früheren Beteiligung am Eisenbahnautomatisierungsprogramm und unserer kombinierten operativen und technischen Expertise konnten wir das Projekt effizient und zielgerichtet strukturieren und vorantreiben.

Auf Basis unserer Marktkenntnisse und projektübergreifenden Erfahrung konnten wir Lösungsszenarien entwickeln, die auf die Betriebsumgebung der RhB zugeschnitten sind. Wir haben strukturierte Diskussionen mit internen Expert:innen und Programmbeteiligten moderiert und so eine transparente Entscheidungsfindung und eine solide Grundlage für die nächste Implementierungsphase geschaffen.

PROSE lieferte eine unabhängige technische Bewertung, methodische Klarheit und Unterstützung bei der Beschaffung und schuf damit die Grundlage für eine klar definierte Architektur und ein reduziertes Implementierungsrisiko.

 

  

 

Illustration eines tpf-Zugs zwischen Planchy und Bulle mit Darstellung automatisierter Rangierbewegungen und digitaler Steuerung.

Machbarkeitsstudie für vollautomatische Rangierfahrten

Kunde: tpf SA, Schweiz

Projektaufgaben

  • Projektmanagement
  • BetrieblichesZielbild
  • TechnischeMachbarkeitsbewertung
  • AnalyseBetriebsprozesse
  • Kosten-Nutzen-Analyse

Unsere Umsetzung

Das Meterspur-Rollmaterial der transport publics fribourgeois für die Linie Palézieux – Bulle – Montbovon wird im Depot Planchy in der Industriezone von Bulle instandgehalten. Der Abstand zwischen Bahnhof Bulle und Depot beträgt rund einen Kilometer. Im heutigen Betrieb ist das Personal gezwungen, diese Strecke zu Fuss zurückzulegen.

Im Rahmen des Angebotsausbaus wurde die Infrastruktur rund um Bulle in den letzten Jahren modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die tpf möchte daher im Hinblick auf die notwendige Modernisierung des Instandhaltungszentrums untersuchen, ob mit den bestehenden Fahrzeugen vollautomatische Rangierfahrten unter Automatic Train Operation Grade of Automation 4 (ATO GoA4) im Perimeter Planchy – Bulle technisch machbar sind und welches Kosten-Nutzen-Verhältnis vorliegt.

PROSE unterstützte tpf SA während der gesamten Machbarkeitsstudie in einem strukturierten, mehrstufigen Prozess, an dem operative, technische und administrative Stakeholder beteiligt waren. Zunächst analysierten wir die aktuellen Betriebsprozesse, die Infrastruktur und die regulatorischen Rahmenbedingungen. Auf dieser Grundlage entwickelten wir gemeinsam ein Zielbetriebskonzept für das automatisierte Rangieren.

Zur Bewertung möglicher Umsetzungsstrategien führte PROSE eine Risikoanalyse durch und entwickelte mithilfe einer morphologischen Analysemethode mehrere technisch konsistente Lösungsvarianten. Diese Optionen wurden anschliessend in einer transparenten Kosten-Nutzen-Bewertung verglichen, wodurch eine strukturierte Bewertung der technischen Machbarkeit und der betrieblichen Auswirkungen möglich war.

Kundennutzen

Die tpf SA erhielt eine klare und unabhängige Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung des Wartungsstandorts Planchy.

Dank des effizienten Ansatzes konnten in Zusammenarbeit mit den Experten der tpf schnell erste Ergebnisse erarbeitet und der Geschäftsleitung präsentiert werden. Die technische Machbarkeit, die betrieblichen Auswirkungen und die wirtschaftlichen Effekte wurden auf verständliche und transparente Weise dargestellt.

Mit unserer Expertise im Bahnbetrieb und in der ATO wurden realistische Umsetzungsszenarien entwickelt und effizient mit den internen Stakeholdern abgestimmt. PROSE unterstützte die tpf auch bei ersten Gesprächen mit potenziellen Systemlieferanten und stärkte damit die technische und strategische Position der tpf.

 

  

Planung der ETCS Level 2 Einführung mit koordinierter Betrachtung von Infrastruktur, Betrieb und Fahrzeuglebenszyklen.

Integrierte Rolloutplanung für ETCS Level 2

Kunde: BLS Netz AG, Schweiz

Projektaufgaben

  • Projektmanagement
  • Integrierte Rolloutplanung
  • Kostenbewertung
  • Stakeholder-Management
  • Langfristige Planung

Unsere Umsetzung

Im Rahmen der ERTMS-Strategie des Bundesamtes für Verkehr (BAV) entwickelten die Schweizer Infrastrukturbetreiber:innen ein langfristiges Umsetzungskonzept zur netzweiten Einführung der Führerstandsignalisierung auf Basis des European Train Control System (ETCS) Level 2.

PROSE unterstützte die BLS Netz AG bei der Finalisierung der integrierten Rolloutplanung. Dabei brachten wir die unterschiedlichen Anforderungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen im Fern-, Regional- und Güterverkehr in Bezug auf das Rollmaterial mit den betrieblichen Bedürfnissen der Infrastruktur in Einklang. Gleichzeitig berücksichtigten wir die Lebenszyklen bestehender Anlagen sowie deren Abschreibungseffekte.

Auf dieser Grundlage entwickelten wir eine konsolidierte Bestvariante, die die abschnittsweise Umsetzung und Inbetriebnahme definiert und die daraus resultierenden Investitions- und Abschreibungswirkungen transparent ausweist.

PROSE unterstützte die BLS in der Projektleitung der Abschlussphase des Umsetzungskonzeptes. Auf Basis der selektierten Best-Varianten haben wir:

  • die Planung unter Einbeziehung aller Stakeholder verfeinert
  • die daraus resultierenden Kosten und Abschreibungen quantifiziert
  • und die finale Beschlussvorlage intern und extern mit den anderen Infrastrukturbetreiberinnen abgestimmt.

Das Umsetzungskonzept basierte auf einer integrierten Betrachtung der Lebenszyklen von Rollmaterial und Infrastruktur. Gleichzeitig wurden die unterschiedlichen Nutzenpotenziale von ERTMS systematisch berücksichtigt. Ein zentrales Element war dabei die Sicherstellung einer betrieblich beherrschbaren Migration durch eine koordinierte, zusammenhängende Einführung, mit dem klaren Ziel, fragmentierte ETCS-Insellösungen zu vermeiden.

Kundennutzen

Die BLS Netz AG profitierte von unserem umfassenden Systemverständnis im Planungsdreieck Betrieb – Infrastruktur – Rollmaterial sowie unserer fundierten Expertise im Bereich ERTMS. Durch unsere strukturierte Methodik und unabhängige Beratung entstand eine belastbare, abgestimmte Entscheidungsgrundlage. Das Umsetzungskonzept konnte termingerecht und in enger Zusammenarbeit mit den Fachspezialist:innen sowie der Programmleitung abgeschlossen werden. PROSE stand dabei für technische Klarheit und unabhängige Expertise.

 

  

Intelligente Schienenkopfkonditionierung mit datenbasierter Überwachung, Schmier- und Analysesystemen im urbanen Schienenverkehr.

Was folgt nach der Validierung der intelligenten Schienenkopfkonditionierung?

Unser Forschungsprojekt zur intelligenten Schienenkopfkonditionierung  hat gezeigt, dass eine intelligente, datengestützte Schienenkopkonditionierung unter realen Betriebsbedingungen funktioniert.

Es hat sich jedoch auch gezeigt, dass noch Fragen hinsichtlich der Stabilität der Auswirkungen auf verschiedenen Strecken, Fahrzeugen und unter verschiedenen Betriebsbedingungen offen sind. Weitere Fragen betreffen das Zusammenspiel zwischen Schienenkopfkonditionierung und Spurkranzschmierung sowie die Frage, wie datengestützte Systeme skaliert werden können, ohne die Komplexität für die Betreiber:innen zu erhöhen.

Der Schwerpunkt des Projekts verlagert sich vom Nachweis der Machbarkeit hin zur Optimierung und Erweiterung der gewonnenen Erkenntnisse:

  • Ausweitung des Systems auf weitere Strecken und Fahrzeugtypen
  • Integration einer intelligenten Spurkranzschmierung neben der Schienenkopfkonditionierung
  • Analyse der Wechselwirkungen zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und Betriebsbedingungen
  • Stärkung der Überwachung, Steuerungslogik und Betriebsrobustheit

Ziel ist es, von isolierten Anwendungen zu skalierbaren, betriebsfähigen Lösungen überzugehen, die die Instandhaltung von Anlagen, die Kosteneffizienz und die Umweltleistung während des gesamten Lebenszyklus unterstützen. Das Projekt markiert somit den Übergang von Forschungsergebnissen zu einer Grundlage für die langfristige Anwendung.

Weitere Informationen zu Zielen und Umfang finden Sie hier: https://www.aramis.admin.ch/Default?DocumentID=74023&Load=true

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