Sicherstellung der langfristigen Verfügbarkeit von FLIRT1-Triebzügen

Kunde: Hessische Landesbahn GmbH, Deutschland
Projektaufgaben
- Obsoleszenzanalyse
- Definition der Ersatzhardwarearchitektur
- Softwareportierung auf neue Compact-PCI-Plattform
- Anpassung des Linux-Betriebssystems
- EMV-Planung (EN 50121-1)
- CSM-Analyse
- Erfassung der Anforderungen
- Entwicklung von Testspezifikationen
- Laborvalidierung
- Unterstützung bei der Nachrüstung von Prototypen (vor Ort)
- Erstellung der Nachrüstungsdokumentation
- Unterstützung bei der Flotteneinführung
Unsere Umsetzung
Die von der Hessischen Landesbahn GmbH betriebenen FLIRT1-Elektrotriebzüge (EMU) waren mit einem Compact-PCI-Diagnosecomputer ausgestattet, der veraltet und auf dem Markt nicht mehr erhältlich war.
Der Diagnosecomputer speichert Ereignis- und Fehlerprotokolle und zeigt dem Fahrer Fehlermeldungen und Anleitungen zur Fehlerbehebung an. Obwohl das System nicht sicherheitsrele-vant ist, ist er für eine effiziente Instandhaltung und die Ver-fügbarkeit der Flotte von betrieblicher Bedeutung.
Aufgrund der zunehmenden Alterung der Komponenten und eines zu erwartenden Anstiegs der Hardwareausfälle musste das veraltete Gerät durch ein Nachfolgemodell mit vollständiger Funktionsäquivalenz ersetzt werden. Die validierte Fahrzeugsoftwarearchitektur musste unverändert bleiben, um die Massnahme gemäss (EU) 2016/797 als Instandhaltung einstufen zu können.
PROSE entwickelte ein risikominimiertes Hardware-Migrationskonzept, das die bestehende Fahrzeugsoftwarearchitektur beibehielt.
Wir ersetzten den veralteten MEN Compact-PCI-Computer durch ein Duagon Compact-PCI-Nachfolgemodell und portierten die bestehende Anwendungssoftware auf die neue Plattform. Die Linux-Betriebssystemumgebung wurde angepasst, um ein identisches Systemverhalten zu gewährleisten.
Wir implementierten notwendige Schnittstellenanpassungen, ohne die validierte Fahrzeugsoftwarearchitektur zu verändern. Unser Leistungsumfang umfasste:
- Portierung und Validierung der Anwendungssoftware
- Erstellung von Installations-Images
- Entwicklung von Testspezifikationen
- Durchführung einer Common Safety Method (CSM)-Analyse
- Dokumentation der Anforderungserfassung
- Erstellung eines Plans zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) gemäss EN 50121-1
- Laborvalidierung und Vor-Ort-Verifizierung des Prototyps
Wir haben einen Prototypen für die Nachrüstung implementiert und validiert, der als Grundlage für eine nahtlose flottenweite Einführung dient. In enger Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Softwarepartner haben wir eine effiziente Implementierung und vollständige technische Rückverfolgbarkeit sichergestellt.
Kundennutzen
Die Hessische Landesbahn sicherte sich die langfristige Verfügbarkeit ihrer FLIRT1-Flotte ohne funktionale Änderungen oder Auswirkungen auf die validierte Fahrzeugsoftwarearchitektur.
Die Wiederverwendung des vorhandenen Einbauraums reduzier-te den Nachrüstungsaufwand und die Ausfallzeiten der Fahr-zeuge. Der strukturierte CSM-Prozess und die umfassende Dokumentation stellten die Einhaltung der Vorschriften und die vollständige technische Rückverfolgbarkeit sicher.
Durch einen strukturierten technischen Ansatz und eine umfas-sende Dokumentation stellte PROSE die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, technische Rückverfolgbarkeit und eine zuverläs-sige Grundlage für den langfristigen Flottenbetrieb sicher. Unsere Unabhängigkeit von Originalherstellern ermöglichte eine pragmatische, lebenszyklusorientierte Lösung, die sich auf Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit konzentrierte. Ein erfolgreich validierter Prototyp bildet dabei die Grundlage für die aktuell vorbereitete Flotteneinführung.


